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Dienstag, 07. November. 2017(Alter: 39 Tag(e) )

Two thumbs up oder über die erfolgreiche Jagd nach dem Zertifikat

Von: Kurt Götz

 

Ein Stundenplan wird von den Schülerinnen und Schülern, die sich danach richten müssen, besonders dann wertgeschätzt, wenn er es vermeidet, sie lang in den Nachmittag hinein an den Schulort zu binden. Eine – wenn es nicht anders geht – auch zwei achte Stunden finden Duldung, sofern sie nicht freitags in Erscheinung treten. Die neunte und zehnte Stunde erregen Unmut. Die elfte und zwölfte Unterrichtsstunde hingegen konnten einige trotzdem nicht schrecken, denn genau zu diesen fanden sich Schüler der BBS 2 im Schuljahr 2016/2017 einmal wöchentlich freiwillig in der Kleiststraße 44 ein. Als Teilnehmer des erstmalig angebotenen Vorbereitungskurses zum Cambridge Business English Certificate (BEC), einem international anerkannten Sprachzertifikat, nutzten sie den jeweils 90-minütigen Kurs und das von der Schule gestellte Lehrmaterial, um sich auf die Abschlussprüfung im Sommer an der VHS Hannover vorzubereiten.

 

Die vier Schüler, die sich letztendlich der Prüfung in Hannover stellten, sie bestanden und nun über eine Cambridge Business English Certificate verfügen, können nun stolz auf ihre Leistung zurückblicken auf die Stunden der Mühen, in denen sie sich mit dem für einige völlig ungewohnten Wirtschaftsenglisch beschäftigten. Sie werden sich daran erinnern, wie sie in diesen Stunden dann immer gekonnter Business-Englisch sprachen, schrieben und hörten, sich an Aufgaben erinnern, die von ihnen verlangten, in die Rolle von Global Player Managern zu schlüpfen und als solche zum Beispiel Geschäftskonferenzen im Metro Toronto Convention Centre zu planen. Umsichtig schrieben sie als solche Memos an ihre PAs mit der Aufforderung sicherzustellen “that there are no other major events taking place in Toronto during the week we have appointed; we have to ensure availability of hotel rooms situated in the town centre for all participants.” Sie eigneten sich Vokabular an, mit dessen Hilfe sie über die – erstaunlich komplexen – Arbeitsschritte im Herstellungsprozess von „Chanel No.5“ referierten, die auf einem indischen Rezept basierende englische Erfolgsgeschichte von „Drink Me Chai Latte“ analysierten und Telefonate mit solch britischer politeness  führten, dass der imaginierte schottische Rezeptionist vorübergehend vergaß, wie man jemanden in die Warteschleife legt. Sie bereiteten den Sprachkurs nach und verfassten daheim Geschäftskorrespondenzen unterschiedlichen Formats, so beispielsweise einen die Bewerbungsunterlagen vervollständigenden cover letter, in dem sie recht überzeugend darlegten, warum der bei „Kraft Foods“ ausgeschriebenen Posten für sie maßgeschneidert sei. Oder sie schrieben einen vom marketing director beim Aktivdrink „FizzleTough“ angeforderten report, in dem sie den Einbruch der Verkaufszahlen im letzten Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres erklärten, weitere prognostizierten und Strategien zur Verhinderung vorschlugen.

 

Neben dem Erlernen solcher Fertigkeiten schulten sie auch ihr Verständnis für interkulturelle Unterschiede, ein Wissen, dessen Ermangelung schon oft zum Abbruch von Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen unterschiedlicher Kulturkreise geführt hat. Daher werden sie wissen, dass das Zeigen des hochgestreckten Daumens während eines Geschäftstermins mit Handlungspartnern aus dem Mittleren Osten von diesen als eklatanter Verstoß gegen Etikette gewertet werden würde. Sie wissen aber auch um die Bedeutung, die diese Geste in der westlichen Hemisphäre hat.

So werden sie es richtig verstehen, wenn wir ihnen an dieser Stelle zu ihrer Leistung und ihrem Erfolg mit einem „Two thumbs up“ gratulieren. Gut gemacht und viel Erfolg für eure berufliche Karriere!