„Theaterspiel“ zeigt Stück über Liebe und Sex an der BBS II Wolfsburg

Text von Franziska Vogt, Bilder von Ragna Fege

Am Montag, den 22. Juni 2026, präsentierte das Ensemble des „Theaterspiels“ ihre Produktion „LiebeLove and the Sexperts“ von Beate Albrecht auf der Bühne des vollbesetzten Hörsaals der BBS II Wolfsburg. Dieses informative und unterhaltsame Theaterstück über die Themen Liebe und Sex begeisterte die Schülerinnen und Schüler.

Zum Inhalt des Stücks: Lucy, die Streberin, hat einen Crush auf Robin, den Neuen in ihrer Klasse, der als Fußballer eigentlich so gar nicht ihr Typ ist. Trotzdem entwickeln sich Gefühle, die sie nicht ignorieren kann. Zum Glück gibt es die „Sexperts“! Eine digitale Version von Dr. Sommer aus der Zeitschrift Bravo, welche die Jugendlichen nicht nur online berät, sondern als Vulva und Penis verkleidet auch die Bio-Lehrerin vertritt, die genau dann krank wird, wenn Sexualkunde auf dem Lehrplan steht. Lucy und Robin kommen zusammen und erleben auch ihr „erstes Mal“ miteinander – Consent und umfangreiches Wissen über Verhütungsmittel stehen dabei im Fokus. Obwohl die beiden Sexperts klar gemacht haben: „Wir arbeiten geschlechtsspezifisch“, deutet sich am Ende an, dass Sexualität nicht immer „entweder … oder …“ bedeutet.

Das Schauspiel-Ensemble bezog das Publikum mit ein, indem sich die Anwesenden zu Beginn der Vorstellung fünf Dinge wünschen durften, die in der Aufführung untergebracht werden sollten. Mit Witz, Gesangseinlagen und einem unvermittelten „Chicken Jockey“-Ruf schaffte es das Schauspiel-Ensemble von „Theaterspiel“ die Schüler ausgezeichnet zu unterhalten und nebenbei auch noch aufzuklären. Unterstützt wurden sie dabei von der AIDS-Hilfe Wolfsburg e.V., die mit Infomaterial und Kondomen im Gepäck die Veranstaltung begleitete. Von den Kondomen blieb kein einziges übrig – und vielleicht lachen ja jetzt ein paar Leute weniger, wenn im Unterricht das Wort „Penis“ fällt.

Im Anschluss an die Vorstellung konnten die Schüler mit den Schauspielern ein Gespräch führen und auch sehr persönliche Fragen stellen. Genau diese Art des direkten Austausches mit dem jungen Publikum schätzt Beate, Leiterin von „Theaterspiel“, so an ihrer Arbeit mit Jugendlichen, die sie der „hohen Kunst“ an den großen deutschen Bühnen vorzieht. Und dann stellt sich noch heraus, dass ein echter Star unter den vier Schauspielern ist, denn Kevin spielte vor 20 Jahren bei „Richter Alexander Hold“ einen Sohn, der seinen Vater mit einer Schaufel erschlug.

Insgesamt fanden die Schüler die Darbietung angesichts der wichtigen Thematik sehr unterhaltsam, besonders die Gesangseinlagen. Der große Erfolg des Stücks lässt sich auch daran ablesen, dass es seit zwölf Jahren in Schulen im gesamten deutschsprachigen Raum gespielt wird. Das Publikum wurde dabei stetig älter, da sich seitdem auch der durchschnittliche Zeitpunkt des „ersten Mals“ laufend nach hinten verschob. So haben sich unsere jüngeren Schüler bestimmt in mancher Szene in Robin oder Lucy (oder beiden?) wiederfinden können.

Vielen Dank an unsere Kollegin Ragna Fege für die Organisation dieser Veranstaltung. Für das Jahr 2027, in dem „Theaterspiel“ sein 30-jähriges Bestehen feiert, wünschen wir dem Ensemble alles Gute. Und vielleicht sieht man sich ja mal wieder.