Text und Bilder von Stephanie Hüging
Auch dieses Jahr erhielt die Stadt Wolfsburg wieder Besuch aus der japanischen Stadt Nagoya. Der Oberbürgermeister Herr Weilmann begrüßte die Schüler-Delegation und ihre begleitenden Lehrkräfte am 25.08.26 feierlich im Rathaus. Herr Weilmann dankte den Mitarbeitern der Deutsch-Japanischen Gesellschaft herzlich für die Organisation dieses bereits seit 10 Jahren erfolgreichen länderübergreifenden Bildungsprogrammes. Hierbei lernen 20 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen technischen Gymnasien Japans während ihres Aufenthaltes in Deutschland das Bildungssystem und die duale Ausbildung näher kennenlernen. Zentral für die vielfältigen Einblicke der Gäste ist die Kooperation mit verschiedenen Schulen, wie der BBS II Wolfsburg, und Betrieben wie Volkswagen.
Am 26.08.26 besuchte die japanische Schüler-Delegation am Vormittag die BBS II als größtes Berufsbildungszentrum der Stadt Wolfsburg und am Nachmittag das nahegelegene Automobilwerk von VW.
Der Besuch an der BBS II begann mit der Begrüßung der Gäste durch den stellvertretenden Schulleiter Herrn Seider. Anschließend erhielten die japanischen Schüler eine kurze Einführung in das deutsche Bildungssystem und die duale Berufsausbildung sowie das Bildungsangebot der BBS II. Nach einer kurzen Pause in der Cafeteria, die von der nachhaltigen Schülerfirma 13 betrieben wird, folgte ein Rundgang durch verschiedene berufsbezogene Lernbereiche der Schule.
- An der ersten Station erhielten die Schüler aus Japan Einblicke in den Bereich Metallbau, wobei ihnen am Beispiel des Berufes des Zerspanungstechnikers sowohl der Einsatz von traditionellen Werkzeugen als auch moderner Technik erklärt wurde. Herr Sawalski beschrieb die Herstellung spezieller Bauteile vom Programmieren bis zur Produktion an der CDA-Fräse.
- Bei der zweiten Station besuchte die Schüler-Delegation die Kfz-Werkstatt. Herr Meyn stellte die Berufsfachschule Fahrzeugtechnik vor und die Ausbildung der KFZ-Mechatroniker. Ein Highlight war das von Schülern zusammengebaute E-Fahrzeug VW eGon.
- Bei der dritten Station folgte die Vorstellung von verschiedenen Unterrichtsprojekten der BBS II, welche durch das Engagement als Umweltschule oder durch die Teilnahme am nachhaltigen Schulwettbewerb „My School Goes Green“ entstanden sind. Herr Manemann präsentierte das Projekt Hivemind Flowerpower, bei dem sich Schüler mit Schwarmintelligenz beschäftigen und einen Bienenstock auf dem Schulgelände einrichteten, dessen Honig in der nachhaltigen Schülerfirma 13 vertrieben wird. Es folgte das von Schülern konzipierte autonome Gewächshaus Guardian mit seiner KI-basierten Pflanzenüberwachung und seinem autarken Bewässerungssystem mit Regenwasser und Solarstrom. Ergänzend dazu schauten sich die japanischen Gäste die E-Ladestationen für Bikes und Autos auf dem Schulgelände an und die smarte Gebäudesteuerung des auf dem Dach erzeugten Solarstroms.
- An der vierten Station erhielten die japanischen Schüler unter der Anleitung von Herrn Manemann Zugang zu verschiedenen Technik-Räumen. Hierzu zählten u.a. 3-D-Drucker sowie aktuelle Industrieanlagen, die in der Techniker-Ausbildung programmiert und gebaut werden.
- Abschließend erläuterte Herr Manemann den japanischen Schülern das Konzept des handlungsorientierten Unterrichtes, bei dem die Lehrer den Schülern bei der Umsetzung ihrer Ideen beratend zur Seite stehen.
Zum Abschluss verabschiedetet der Schulleiter der BBS II, Herr Bauch, die japanischen Gäste. Er bedankte sich besonders bei Herrn Hoffert von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft für die gelungene Planung des Besuches, welche er als Nachfolger von Frau Balogh-Klaus übernommen hatte. Darüber hinaus betonte er die notwendige Unterstützung der Durchführung des Besuches durch einen Dolmetscher und dankte Herrn Kawanabe für die zahlreichen Übersetzungen.
Insgesamt war es Dank der Unterstützung der beteiligten Schüler und Lehrer an der BBS II wieder ein gelungener kultureller Bildungsaustausch. Die japanischen Schüler nehmen neben kleinen Souvenirs viele Informationen über das deutsche Schul- und Ausbildungssystem mit in ihr Heimatland. Besonderes Interesse hatten sie an den spannenden Schülerprojekten und der Förderung der Eigeninitiative der Schüler bei der Verwirklichung ihrer Ideen und Lösungsvorschläge für berufliche und gesellschaftliche Probleme.